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SozialStruktur
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Ausländische subventionen und hilfsGüter werden manchmal so verteilt, dass nur die davon partizipieren, die ihn wählen oder sonst wie unterstützen. Viel geld fliesst zur zeit (sommer '00) in die armee, die ihre soldaten ins sozialistische Kongo schickt zur unterstützung der regierung im kampf gegen rebellen. Mittlerweile kommen deutsche hilfsOrganisationen vor ort, um schritt für schritt die umsetzung ihrer finanzProjekte, sei es zum bau von krankenHäusern oder schulen, zu überprüfen. Nach der unabhängigkeit wurde die allgemeine schulPflicht abgeschafft. Heute muss eine familie pro schüler für eine gute ausbildung an der highscool (12. klasse) rund 1600$ und jahresGebühren von 600$/monat (incl. wohnen, essen, trinken) zahlen. Das kann sich kaum einer leisten. So kommt der normale, arme (schwarze) Namibianer an eine schule, die ihn nur 300$ plus 60$/monat kostet. Dafür lernt er chemie z.b. nicht in einer laborEinrichtung, sondern bekommt einfach ein buch in die hand gedrückt. Ihre lehrer haben oft selbst nur 8 schulJahre hinter sich, ohne weitere qualifikation. Die der reichen kommen von der universität. Die kids der armen stehen nach abschluss zu 80% auf der strasse. Ihre ausbildung reicht nun dazu, muscheln vom strand und billige juwelenSteine aus den bergen den touristen zu verkaufen oder sich einfach zu prostituieren. Die menschen haben oft nur einen teller suppe mit brot pro tag. Die kriminalität ist sehr hoch. Die scheinbar bessere variante ist betteln. Aber hilft es wirklich, wenn die touristen den schwarzen schon von kindheit an bestätigen, dass betteln die einfachste möglichkeit ist, zu überleben? Viele kommen aus dörfern oder vom land. Die dortige armut treibt sie in die städte. Hier leben sie in locations am rande. Aus ihren traditionen gerissen, mit fremder zivilisation und technik konfrontiert. Englisch können sie nicht. (es ist im gegenteil, wie das tourismusMinisterium plakatiert, immer seltener der fall, dass deutsch gesprochen wird), einen beruf haben sie auch nicht gelernt. So fungieren sie als hilfsArbeiter beim bau, säuberungsKolonien in den strassen oder wachSchutz. Für 300$/monat keine seltenheit. Auf dem land innerhalb ihrer grossFamilien inmitten der alten kulturen hatten sie jedenfalls zu essen. Der boden ernährte sie, ihr wissen des zusammenhalts in der natur Afrikas kann immer noch garant des überlebens sein. Die einengung des kommunalen landes und der jagdMöglichkeiten sind zwar spürbar, aber nicht so bedrohlich wie das hoffnungslose und entfremdete vegetieren in der stadt. Hier sind sie entwurzelt, fremde im eigenen land angesichts europäischer technik und afrikanischer moderne. Dort aber, in den communities, ist ihr volk geboren mit all seinen mitteln und kenntnissen, die es befähigen, auch heute noch zu überleben. Auf dieses wissen und diese traditionen sollte sich wieder besonnen werden, der übergang von gestern auf morgen verlief zu schnell. Dazwischen ging das lernen und sich umstellen auf heute verloren.
Die entwurzelung ist überall: zusehens werden drogen genommen, in den ersten 10 tagen ist das monatsGehalt versoffen, es wird die rente der eigenen grossEltern geklaut, prostitution und gewaltVerbrechen (wie überfälle auf touristen und kleine farmen) sind alltäglich geworden. und die familie zerfällt. Der mann hat neben der ehefrau, wenn sie ihn oder er sie nicht schon verlassen hat, ein/zwei andere freudinnen, mit denen er auch vier/fünf kinder zeugt. Frauen leben oft, von den männern verlassen, in drei generationen zusammen, eine jede mit mehreren kindern, zusammen 15. Unmittelbare folge dieser promiskuität ist 60% aids. Männer arbeiten oft woanders. Die infraStruktur erlaubt ihnen, freien arbeitsStellen nachzureisen. Eine traditionell lockere moralVorstellung, nicht dem wert industrieller nationen entsprechend, und der zahllose einsatz von soldaten im ausland lassen den infektionsGrad erschreckend steigen. Die eigenen frauen werden als erste angesteckt und geben die krankheit in der kommune weiter. Viele werden nicht älter als 40. Jede woche gibt es in den dörfern mehrere bestattungen. Oft steht auf dem totenSchein hepatitis oder masern. Aber ich habe kinder im letzten stadium von aids gesehen. Einen monat später waren auch sie tot. Was tut der staat? Er gibt kostenlos kondome in den krankenHäusern aus, aber er versäumt es, deren sinn und auch gebrauch überhaupt zu propagieren. Es wird nicht aufgeklärt. Der schwarze hängt nur noch auf der strasse rum, viele haben garkeine lust zu arbeiten. Auch hier füllt sexualität die freiräume. Sie verwechseln freiheit, tun und lassen zu können, was sie mittlerweile wollen, mit grundsätzlicher verantwortung (z.b der familie gegenüber). Es fehlt jegliche unterstützung in verwaltung und schule für eine wirkliche auseinandersetzung mit sozialen und sexuellen problematiken (im gegenteil: in letzterer einrichtung wird oft der 1. sexuelle kontakt hergestellt - und wer schwanger daher kommt, geschmissen), von politischen ganz zu schweigen. Das grundProblem einer schwarzen nation ist, dass sie aus zu vielen einzelnen stämmen besteht. In Namibia gibt es die Namas und Hottentotten im süden, die Herreros im zentrum, Buschmänner im osten, Damarras im nordWesten und die Ovambos im norden. Letztere bilden die regierung und sind traditionell nach wie vor bestrebt, sich massiv für ihren eigenen stamm einzusetzen. Zwar bekämpfen sie sich nicht mehr kriegerisch untereinander, aber die politische keule kann oft zerstörerischer sein. Von demokratie keine rede. Doch mitleid? Die anderen würden es genauso machen, hätten sie die macht. Das gilt ebenso für andere parteien. So ist es nur eine frage der zeit, wann Namibia an seiner inneren zerrüttung untergeht. Zwar hat der staat noch eine der besten handelsBilanzen Afrikas (einnahmen aus erzen, juwelen, gold und tourismus fliessen jedoch an den armen vorbei), aber nur in zusammenArbeit mit Europa und Nordamerika. Diese fordern nun eine immer stärkere kontrolle. Einhalt der korruption. Eine altruistische administration. Wie sie zumindest vor der unabhängigkeit bestand. Weisse scheiden heute immer mehr aus hohen ämtern in der verwaltung, polizei, jurisdiktion und politik aus. Ohnmacht gegenüber fehlender ausbildung, frustation gegenüber gleichgültigkeit und wut gegenüber egoistisch gefärbten eigenMotiven lassen sie aufgeben und sich in die reine selbstständigkeit zurückziehen. Wie gesagt, noch hat Namibia eine anerkannte reputanz im ausland. Aber wenn sich der weisse zusehens aus allem raushält, wird das aus dem sumpf der korruption emporsteigende faulGas bald explodieren. Es gibt nicht wenige schwarze, die sich die alte zeit wiederwünschen. Zwar wurden sie von weissen als menschen 2. wahl behandelt, aber sie konnten wenigstens überleben: sie hatten arbeit, freie schule, wohnungen und kranken- und altersVersorgung. Apartheid ist heute absolut ausgeschlossen, hat sich ausgelebt, war eine sackGasse der geschichte. Deshalb wird der arme und der schwarze unter neuen umständen sein recht auch auf ausbildung und freie berufsWahl ausüben können. Eine regierung, die den menschen wohnung und arbeit garantiert, der urgrund heutigen menschenwürdigen überlebens, wird auch auf anderen sozialen gebieten einsicht zur gleichheit beweisen: in der gesundheitsFürsorge, schulBildung und kulturellen entwicklung.
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